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Eltern-Burnout bei ADHS vermeiden

vor 10 Minuten
3 Min. Lesezeit


Abgebrannte Streichhölzer
Ausgebrannte Eltern

Eltern eines Kindes mit ADHS: So geraten Sie nicht ins Burnout


Morgens Diskussionen ums Anziehen, mittags Anrufe aus der Schule, nachmittags

Hausaufgabenkampf und abends kein Ende beim Zubettgehen. Wer ein Kind mit ADHS begleitet, ist oft den ganzen Tag im Einsatz. Viele Eltern erzählen uns, dass sie sich ausgelaugt, gereizt oder schuldig fühlen, weil sie „es nicht schaffen“.

Dieses Gefühl ist verständlich und kein Zeichen von Versagen. Eltern von Kindern mit ADHS

tragen nachweislich häufiger eine hohe Alltagsbelastung. Wichtig ist, Erschöpfung früh zu

erkennen und gegenzusteuern, für Sie selbst und für Ihr Kind.


Warnzeichen für Eltern-Burnout

Eltern-Burnout entwickelt sich meist schleichend. Achten Sie auf diese Signale:

• Sie fühlen sich dauerhaft müde, auch nach dem Wochenende oder Urlaub.

• Kleinigkeiten bringen Sie schnell aus der Fassung, Sie reagieren gereizter als früher.

• Sie erleben Ihre Rolle als Mutter oder Vater nur noch als Pflicht, die Freude geht verloren.

• Sie fühlen sich innerlich distanziert von Ihrem Kind.

• Schlafprobleme, Kopfschmerzen oder häufige Infekte nehmen zu.


1. Die eigene Erschöpfung ernst nehmen

Viele Eltern stellen ihre Bedürfnisse ganz hinten an. Doch nur wer selbst Kraft hat, kann ruhig und klar begleiten. Selbstfürsorge ist kein Luxus, sondern Teil der Unterstützung für Ihr Kind.


2. Wissen über ADHS entlastet

Wenn Sie verstehen, warum Ihr Kind sich so verhält, fällt es leichter, Verhalten nicht persönlich zu nehmen. Hinter dem „Er will einfach nicht“ steckt oft ein „Er kann gerade nicht anders“. Dieses Verständnis nimmt viel Druck aus Konflikten.


3. Strukturen schaffen, die alle entlasten

Feste Routinen am Morgen und Abend, sichtbare Pläne und klare Absprachen reduzieren die Zahl der täglichen Diskussionen. Jede Situation, die nicht neu verhandelt werden muss, spart Energie.


4. Aufgaben verteilen und Hilfe annehmen

Sprechen Sie mit Partnerin oder Partner, Großeltern oder Freund*innen darüber, wer welche

Aufgaben übernehmen kann. Auch ein fixer Nachmittag pro Woche, an dem jemand anderer

übernimmt, kann viel verändern. Hilfe annehmen ist eine Stärke.


5. Kleine Pausen fest einplanen

Es müssen nicht gleich Wellnesswochenenden sein. Zehn Minuten Spaziergang, eine Tasse

Kaffee in Ruhe oder eine kurze Atemübung am Tag wirken, wenn sie regelmäßig stattfinden.

Tragen Sie diese Pausen in den Kalender ein wie einen Termin.


6. Austausch mit anderen Eltern

Das Gefühl, mit den Herausforderungen allein zu sein, verstärkt die Erschöpfung. Elterngruppen, Selbsthilfegruppen oder Online-Communitys zeigen: Anderen geht es ähnlich, und man kann voneinander lernen.


Wann professionelle Unterstützung sinnvoll ist

Wenn die Erschöpfung über Wochen anhält, Sie kaum noch Freude empfinden oder sich

überfordert fühlen, holen Sie sich Unterstützung. Eine Elternberatung, psychologische Beratung oder Psychotherapie kann helfen, wieder Kraft zu finden. Erste Ansprechpersonen sind auch Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt.


Häufige Fragen

Ist Eltern-Burnout eine Diagnose?

Eltern-Burnout ist keine eigenständige Diagnose, beschreibt aber einen gut untersuchten Zustand anhaltender Erschöpfung in der Elternrolle. Er sollte ernst genommen werden.


Bin ich eine schlechte Mutter oder ein schlechter Vater, wenn ich erschöpft bin?

Nein. Erschöpfung zeigt, wie viel Sie leisten. Sie ist ein Signal, dass Sie mehr Unterstützung brauchen.


Hilft ein Elterntraining bei ADHS auch mir selbst?

Ja. Elterntrainings vermitteln Wissen und Strategien für den Alltag. Viele Eltern berichten, dass sie sich danach sicherer und weniger gestresst fühlen.


Ein Kurs, der auch an Sie denkt

Im ADHS-Elternkurs online von ZEPP gibt es ein eigenes Modul zum Thema Eltern-Burnout. Sie lernen, eigene Grenzen zu erkennen, Entlastung im Alltag zu schaffen und gut für sich zu sorgen, damit Sie Ihr Kind mit mehr Ruhe begleiten können.



Sie möchten lieber persönlich sprechen? Wir beraten Sie gerne in unseren Praxen in Graz und Köflach oder auch online.





Autorinnen: Klinische Psychologinnen und Psychotherapeutinnen der Praxis ZEPP, Graz und Köflach.

 
 
 

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