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ADHS und Hausaufgaben: 5 Tipps, die den Nachmittag entspannen

vor 22 Stunden
3 Min. Lesezeit

Der Schulranzen steht im Flur, das Heft ist aufgeschlagen, und nach zehn Minuten ist noch kein Satz geschrieben. Für viele Familien mit einem Kind mit ADHS ist die Hausaufgabenzeit der anstrengendste Teil des Tages. Es gibt Tränen, Diskussionen und am Ende das Gefühl, dass alle verloren haben.


Das liegt nicht an mangelndem Willen. Kinder mit ADHS haben häufig Schwierigkeiten mit den sogenannten exekutiven Funktionen: Aufgaben beginnen, bei der Sache bleiben, Zeit

einschätzen, Ablenkungen ausblenden. Nach einem langen Schultag sind diese Fähigkeiten oft schon aufgebraucht.

Die gute Nachricht: Mit ein paar Veränderungen im Ablauf wird es für viele Familien deutlich leichter.


1. Ein fester Rahmen statt täglicher Verhandlungen

Kinder mit ADHS profitieren von Vorhersehbarkeit. Legen Sie gemeinsam eine feste

Hausaufgabenzeit und einen festen Platz fest, zum Beispiel nach einer kurzen Pause mit Snack und Bewegung. Wenn der Ablauf jeden Tag gleich ist, muss nicht jedes Mal neu verhandelt werden. Hängen Sie den Ablauf als Bildplan oder Liste sichtbar auf.


2. Große Aufgaben in kleine Stücke teilen

Eine ganze Seite Rechnungen wirkt wie ein Berg. Teilen Sie die Aufgaben in kleine Etappen: erst fünf Rechnungen, dann eine kurze Pause. Ein Timer hilft dabei, Zeit sichtbar zu machen. Viele Kinder schaffen 10 bis 15 Minuten konzentriertes Arbeiten gut, danach folgt eine Bewegungspause von zwei bis drei Minuten. Abgehakte Etappen geben das Gefühl,

voranzukommen.


3. Ablenkungen bewusst reduzieren

Ein ruhiger Platz ohne Spielzeug, Tablet oder laufenden Fernseher im Hintergrund macht einen großen Unterschied. Auf dem Tisch liegt nur, was für die aktuelle Aufgabe gebraucht wird. Manchen Kindern hilft leise Hintergrundmusik oder ein Kopfhörer, anderen ein Sitzkissen oder etwas zum Kneten in der Hand. Probieren Sie aus, was Ihrem Kind beim Fokussieren hilft.


4. Begleiten, aber nicht übernehmen

Ihr Kind braucht oft eine erwachsene Person in der Nähe, die beim Starten hilft und

zwischendurch wieder in die Aufgabe zurückführt. Setzen Sie sich zu Beginn kurz dazu,

besprechen Sie, was zu tun ist, und lassen Sie es dann selbst anfangen. Kurze, ruhige Hinweise wirken besser als lange Erklärungen. Wichtig ist: Die Hausaufgabe bleibt die Aufgabe Ihres Kindes, nicht Ihre.


5. Anstrengung loben, nicht nur Ergebnisse

Kinder mit ADHS hören im Alltag oft Kritik. Umso wichtiger ist es, gezielt zu benennen, was gut gelungen ist: „Du hast heute ohne Erinnerung angefangen“ oder „Du hast trotz der schwierigen Aufgabe weitergemacht.“ Kleine Belohnungen nach erledigten Etappen, etwa ein Sticker oder gemeinsame Spielzeit, stärken die Motivation.


Wann Sie mit der Schule sprechen sollten

Wenn die Hausaufgaben regelmäßig deutlich länger dauern als vorgesehen oder jeden Tag zum Konflikt werden, lohnt sich ein Gespräch mit der Lehrerin oder dem Lehrer. Oft lassen sich Umfang oder Form der Aufgaben anpassen. Ein Hausaufgabenheft, in dem Schule und Eltern kurz kommunizieren, kann ebenfalls entlasten.


Häufige Fragen

Wie lange sollte ein Kind mit ADHS am Stück lernen?

Das ist individuell. Als Richtwert funktionieren bei vielen Kindern Einheiten von 10 bis 15 Minuten mit kurzen Bewegungspausen dazwischen.


Soll ich bei den Hausaufgaben daneben sitzen? Am Anfang ja, um den Start zu erleichtern.

Ziel ist, dass Ihr Kind Schritt für Schritt selbstständiger wird und Sie sich zurückziehen können.


Was, wenn trotz aller Tipps jeder Nachmittag eskaliert? Dann ist es sinnvoll, sich

Unterstützung zu holen, etwa durch eine psychologische Abklärung oder Elternberatung.

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Kind macht Hausaufgaben, Timer und Lernplan liegen bereit
Kind macht Hausaufgaben, Timer und Lernplan liegen bereit


Sie sind unsicher, ob bei Ihrem Kind ADHS vorliegt? Unsere kostenlose Checkliste gibt eine erste Orientierung.


Autorinnen: Klinische Psychologinnen und Psychotherapeutinnen der Praxis ZEPP, Graz und Köflach.

 
 
 

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